Warum wurde energy consult gegründet, wie arbeitet es aktuell und wie passt es sich an zukünftige Herausforderungen schon heute an? Diese Fragen sind Thema eines dreiteiligen Interviews mit dem Management von energy consult. Im ersten Teil sprechen wir zum Werdegang des Unternehmens mit Henning Wegner, Geschäftsführer Vertrieb/Geschäftsentwicklung der energy consult GmbH, und Hartmut Flügel, Geschäftsführer Technisches Betriebsmanagement.

Herr Wegner, wie kam es zur Gründung von energy consult?

Wegner: „Vor 25 Jahren wurde das hochprofessionalisierte System der Energieversorgung konfrontiert mit Eigentümern der ersten Windenergieanlagen, die hauptsächlich an einer lohnenden, zukunftsfähigen Investition interessiert waren.

Windenergieanlagen entstanden zu der Zeit so: Projektierer sicherten sich Grundstücke, planten einzelne Windenergieanlagen und verkauften diese als Kapitalanlage an Interessierte. Die Windenergieanlagen wurden dann entsprechend beim Hersteller inkl. Instandhaltungsvertrag gekauft, ans Netz angeschlossen und der Netzbetreiber zahlte pro Kilowattstunde produzierter Leistung die Einspeisevergütung an den Betreiber.“

Nicht-optimaler Betrieb der Windenergieanlagen durch fehlende Betriebsführung

Hört sich erst mal nach Geldverdienen an …

Wegner: „Ja, nur mit der Zeit fiel auf, dass die Anlage nicht durchgehend Strom produzierte, sei es aus technischen Gründen oder weil zu wenig Wind vorherrschte. Es gab Ausfälle, die den Eigentümer in Liquiditätsengpässe brachte. Folglich beschwerte sich der Eigentümer beim Hersteller, der auf die Verträge verwies. Schließlich entstand eine hohe Frustration beim Eigentümer, da er sich die Investition in Wind lukrativer vorgestellt hatte.“

Die Entwicklung der Leistungsklassen von Windenergieanlagen und die Folgen

Flügel: „Ab Mitte der 90er Jahre entwickelte sich die Windenergiebranche sehr dynamisch, aber immer mit dem Fokus auf einer Erhöhung der Leistung: 1997 betrug die durchschnittliche Nennleistung einer Windenergieanlage 400 Kilowatt, fünf Jahre später ein Megawatt und 2007 schon zwei Megawatt. Die Modellzyklen folgten so schnell aufeinander, dass andere wichtige Dinge auf der Strecke blieben wie gesetzliche Vorschriften, Schall- und Arbeitsschutz – die wurden einfach noch nicht so ausgeprägt auf die Windenergietechnologie angewendet. Die Windenergieanlage passte außerdem nicht in existierende Normen und Richtlinien für Standard-Elektrotechnik z. B. zu Prüfzyklen.“

Wegner: „Die Projektierer erkannten daraufhin: Wir brauchen eine professionelle Dienstleistung, die den operativen Bereich auch nach der Fertigstellung begleitet und somit den Eigentümer in seiner Funktion als Betreiber unterstützt.“

Pioniere der Begleitung für Betreiber von Windenergieanlagen

Wegner: „Und so gründeten fast alle Projektierer eine technische und kaufmännische Betriebsführung für ihre Kunden: Sie definierten Instandhaltungsstrategien, kümmerten sich um Gewährleistungspflichten und Garantien, verhandelten mit dem Netzversorger, planten die Liquidität und hielten alle Services bereit, die der Betreiber teilweise nicht leisten konnte. Einer dieser ersten Betriebsführer war energy consult.“

energy consult als Betriebsführer der ersten Stunde für Windenergieanlagen

Wie muss man sich diese Betriebsführung in den ersten Jahren vorstellen?

Wegner: „Zwei Mitarbeiter betreuten anfangs die Projektierung und Betriebsführung von damals zehn Windenergieanlagen mit insgesamt zwei Megawatt Leistung. Anlageninformationen und Störmeldungen kamen per Online-Fax, denn Anfang der 90er Jahre reichte bis auf die entlegenen Felder unter den Windenergieanlagen nur die Telefonleitung.“

Zwei Mitarbeiter – eine Faxleitung: heute unvorstellbar. Was 2017 zur Betriebsführung von Windenergieanlagen notwendig ist und wohin energy consult sich entwickelt hat, erfahren Sie im Interview Teil 2 .