Der Windenergie-Markt ist ständig in Bewegung – energy consult bewegt sich mit. Die Voraussetzungen für die Zukunft hat das Management im letzten Interviewteil dargelegt, werfen wir einen Blick ins Morgen mit Henning Wegner, Geschäftsführer Vertrieb/Geschäftsentwicklung, und Malte Mehrtens, Prokurist/Technischer Leiter der energy consult GmbH.

Herr Wegner, welche großen Herausforderungen formen künftig die Arbeit von energy consult?

Wegner: „Zukünftig entscheiden Ausschreibungsverfahren [Link zu https://www.bundesregierung.de/Content/DE/Artikel/2016/06/2016-06-08-eeg-novelle.html] über den Bau von Windenergieanlagen – im Mai werden die ersten 800 Megawatt verteilt. Alle Projektierer mit genehmigten Projekten im Portfolio haben sich um dieses Kontingent beworben – zuvor festgelegter Höchstpreis: 7 Cent je Kilowattstunde.“

Was bedeutet das für energy consult?

Wegner: „Da energy consult deutlich vermehrt Windparkprojekte betreut, welche aus dem Konzern geliefert werden, ist es heute unklar, wie viele Projekte im Ausschreibungsverfahren für den Konzern gewonnen werden. Aus diesem Grund wird energy consult sich zukünftig stärker u. a. in den drei folgenden Bereichen weiterentwickeln:

  • Wir wollen zukünftig noch mehr Betreiber und Investoren gewinnen, die ihr Projekt nicht mit dem Konzern umgesetzt haben.
  • Wir werden außerdem unseren Bereich der Technischen Prüfungen deutlich ausbauen.
  • Und wir werden uns zusätzlich verstärkt einsetzen in den attraktiven Märkten im europäischen Ausland.“

energy consult übernimmt Verantwortung und entlastet Betreiber

Inwiefern profitiert der Betreiber von den Erfahrungen der energy consult bei den Aufgaben, die morgen anstehen?

Wegner: „Wenn es um die Gewährleistung des sicheren Betriebs einer Windenergieanlage geht, führen wir Arbeiten wie Inspektionen oder Technische Prüfungen auch selbst durch. Die Komplexität der Tätigkeiten steigt – wir bauen das notwendige Know-how intern auf durch regelmäßige Schulungen der Mitarbeiter. Schon heute binden wir alle Normen und Richtlinien der Energieversorger in unsere Prozesse ein, denn sie werden auch für die Windenergie verbindlich sein: Wir sind also heute schon für morgen gerüstet.

Mehrtens: „Dass es einen Anlagenverantwortlichen geben muss, ist beispielsweise schon seit Entstehung der Industrienormen Vorgabe – bis heute aber ist die Übernahme der rechtlichen Anlagenverantwortung nicht in allen Windparks geregelt! energy consult dagegen bietet die Übernahme der Anlagenverantwortung schon seit rund 12 Jahren seinen Kunden an und in unseren aktuellen Verträgen ist sie standardmäßig enthalten.

Für energy consult ist es außerdem selbstverständlich, gesetzliche Rahmenbedingungen einzuhalten und dem höchsten Anspruch gerecht zu werden. Hier gibt es große Unterschiede im Markt. So bieten wir erweiterte Dienstleistungen wie z. B. DGUV V3-Prüfungen und die Netzschutzprüfung an. “

Verfügbarkeit der Windenergieanlagen bestimmt Einspeisevergütung

Demnächst bestimmt die Verfügbarkeit von Windenergieanlagen die Einspeisevergütung bzw. den Referenzertrag. Können Sie das genauer erklären?

Mehrtens: „Die Qualität der technischen Betriebsführung wird demnächst noch wichtiger, weil es verschärfte Richtlinien für die Datenverfügbarkeit und -auswertung gibt. Alle fünf Jahre prüft ein Gutachter anhand von Referenzerträgen, ob ein Windpark die prognostizierten Erträge erreicht hat. Hierbei ist eine technische Verfügbarkeit von 98 Prozent vorgeschrieben. Die Berechnung erfolgt zukünftig anlagenscharf.

Wird die technische Verfügbarkeit von 97 Prozent unterschritten, muss die energetische Verfügbarkeit geprüft werden; dadurch wird ggf. der Vergütungspreis angepasst. So kann der Vergütungssatz für die nächsten fünf Jahre sinken; obendrein kann das Ergebnis der Prüfung zur Rückzahlung bereits gezahlter Vergütungen führen. Aus diesem Grund ist Datenqualität und -verfügbarkeit demnächst eins der wichtigsten Themen im Windenergiemarkt und für uns.

Die genauen Rahmenbedingungen für die Berechnung und Prüfung der Erreichung des Referenzertrages alle fünf Jahre wird zurzeit in der Fördergesellschaft Windenergie (FGW) erarbeitet. Wir sind an dem Thema dran und informieren im energy-consult-Blog über Neuigkeiten.“

Für energy consult bleibt es spannend, doch das Management ist sicher, künftigen Anforderungen souverän gegenübertreten zu können. Was sich tut in der Windenergie, darüber informiert Sie energy consult daher auch weiterhin im energy consult Blog.