Im Quartals-Barometer 2/2017 sprechen energy consult Geschäftsführer Hartmut Flügel sowie von der PNE Wind Jens-Ulrich Biermann und Heiko Stoffers über die umfassende Bedeutung der Windenergie und wie man diese kommunikativ vermittelt. Stoffers und Biermann sind bei der PNE Wind für Akquisitionen und Projektenwicklungen verantwortlich, der eine für Norddeutschland der andere für den Süden.

Das Tun und Handeln von Stoffers, Biermann und Flügel wird von dem Bewusstsein bestimmt, dass der Klimawandel real und vom Menschen gemacht ist, und dass dagegen etwas getan werden kann. Vor allem gilt es, den Ausstoß des Treibhausgases CO2 zu senken. „Ein Windpark ist daher für uns stets mehr als nur ein Kraftwerk zur Stromerzeugung, sondern ein Beitrag zum Schutz von Mensch, Umwelt und Natur“, sagt Hartmut Flügel. Allein der von der PNE Wind entwickelte Windpark Altenbruch II bei Cuxhaven vermeidet die Emission von jährlich 38.000 Tonnen Kohlendioxid, 197 Tonnen Schwefeldioxid sowie 49 Tonnen Stickoxid.

Die Botschaft, dass nur die erneuerbaren Energien das Klima auf diesem Planeten retten können, ist jedoch oft die Demarkationslinie zwischen den Befürwortern der Energiewende einerseits und den Windkraftgegnern sowie Leugnern des Klimawandels andererseits. „Bei dieser Grundsatzdiskussion sind die Fronten leider meist ideologisch unverrückbar verhärtet“, berichtet Jens-Ulrich Biermann, Leiter Akquisition National Onshore. Bei der öffentlichen Vorstellung neuer Projekte stößt Biermann hin und wieder auch auf eingefleischte Windkraftgegner. „Daher ist Kommunikation und Information pro Windkraft ungeheuer wichtig. Man muss die öffentliche Diskussion immer wieder führen, und zwar mit nachprüfbaren Daten und Fakten.“

Das Informationsbedürfnis der Öffentlichkeit ist in den vergangenen Jahren enorm gestiegen, bestätigt Heiko Stoffers, Abteilungsleiter Projektentwicklung. Anders als früher verliefen die Diskussionen heute jedoch oft ungewöhnlich emotional. Die einen sehen in einem Windpark eine bessere Zukunft, andere dagegen die Zerstörung des Landschaftsbildes. „Emotionen wirken schnell und sofort, Fakten nur nach und nach, dafür aber nachhaltig“, sagt Stoffers und fügt hinzu: „Daher wiederholen wir beharrlich, dass die Windenergie nicht allein dem Klimaschutz dient, sondern als dezentrale Energieform Aufträge und Jobs vor Ort und auch kommunale Einnahmen bringt: Einkommensteuer, Gewerbesteuer und Flächenausgleichszahlungen an die Kommunen.“

Es sei sehr wichtig, so Biermanns Erfahrung, dass man über den gesamten Prozess von der Standortsuche bis zur Fertigstellung eines Windparks – das sind im Schnitt fünf bis sechs Jahre -, Politik, Bürger, Presse, Landeigentümer, Anwohner, Genehmigungsbehörden, Umweltschutzverbände informiert und einbindet. „Nur mit dem Bürgermeister und den Genehmigungsbehörden zu reden, geht alleine natürlich nicht. Das ist auch nicht unser Verständnis vom umfassend informierten und aufgeklärten Bürger.“

Wenn die PNE Wind ein neues Projekt anlegt, gehört dazu auch immer ein Kommunikationsplan. „Und dabei gilt für uns: lieber mehr Information und mehr Informierte als weniger. Niemand darf vergessen werden“, sagt Biermann, der für die PNE Wind Projekte in Süddeutschland entwickelt. Anders als im Norden ist die Windenergie in Hessen oder Baden-Württemberg weniger verbreitet und die Skepsis der Anwohner mancherorts groß. Macht ein Windpark Lärm? Sind Schlagschatten zu befürchten? Sind Vögel und Fledermäuse bedroht? „Das sind klare Fragen, auf die wir auch belastbare Antworten und Fakten haben“, sagt Biermann, „außerdem laden wir Bürger und Politiker auch immer wieder zur Besichtigung bestehender Windparks ein. Die Diskrepanz zwischen den Geschichten der Windkraftgegner und der Realität wird dort für jeden ohne viele Worte offensichtlich.“ Nichts überzeuge besser als die Begehung eines in Betrieb befindlichen Windparks. Insbesondere bei Windparks in bewegtem Gelände – also Gelände mit Höhen, Tiefen und unterschiedlichem Bewuchs – könne man heute überzeugend belegen, wie eine für alle zufriedenstellende Lösung in der Praxis aussehe.

Das bedeute aber nicht, dass man sich nach der Inbetriebnahme kommunikativ zurücklehnen dürfe, meint Hartmut Flügel, Geschäftsführer des Windpark-Betriebsführers energy consult, ein Unternehmen der PNE Wind-Gruppe. „Wenn bei mir ein Anwohner anruft und sich über Geräusche oder Schattenwurf beklagt, schicken wir sofort einen Techniker zur Anlage“, sagt Flügel. Liege dann doch mal ein Akustik-Problem bei einer Anlage vor, zum Beispiel durch einen Schaden an einer Hauptkomponente, werde es gelöst. Hat es nichts mit der Anlage zu tun, unterstütze man den Anrufer bei der Ursachenforschung. „Windenergie ist eine Technologie der Verantwortung gegenüber Umwelt und Natur – und selbstverständlich auch gegenüber jedem einzelnen Bürger“, sagt Flügel und schließt mit dem Satz: „Klimaschutz auf Kosten der Anwohner wäre absurd und unverantwortlich. Nicht mit uns, nicht mit der PNE Wind-Gruppe!“